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Geschichten aus der Servicewüste
Servicewüste Deutschland?
So nett einige Geschichten auf der Seite auch sein mögen, die
Titulierung Deutschlands als Servicewüste geht meiner Erachtens an der
Realität vorbei. Das stellt man in meinem Augen besonders dann fest,
wenn man sich im Ausland befindet. Hier in Spanien ist nach wie vor die
Siesta üblich. Also alle Läden sind von 14-17.30 geschlossen. Das stört
wirklich. Und wenn man sich mit spanischen Kellnern und Verkäufern
rumschlagen muss, dann ist man wirklich froh wieder nach Deutschland zu
kommen. Konsequenterweise ist es hier dann auch gar nicht erst üblich
Trinkgeld zu geben...
Alles in allem ist guter Service doch sehr von persönlicher Interpretation abhängig. So werden die USA gerne als das Serviceland gesehen. Mir geht das falsche Gelächel, was vermutlich auch noch im Vertrag steht, mehr gegen den Strich als dass es mich zum Kaufen animieren würde...
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Kommentare
Das mit der „Servicewüste Deutschland“ war der Schockwellenreiter... ich nehme natürlich Geschichten aus aller Welt :)
www.schockwellenreiter.de/2005 ...– Philipp Lenssen (Donnerstag, 23. Juni 2005)
Genau so seh ich das wie Malte K. daher hier mein Kommenar hierzu.
Das in D nicht alles toll ist mit der Dienstleistung ist, ist jedem klar.
Aber:
Waren Sie eigentlich schon mal mit dem Auto im schönen „United Kingdom"??
Und haben das Hotel nicht gefunden, auf das Sie schon sehnlichst warten? Dann denken Sie wohl lass ich mich mit dem Taxi guiden wie in D üblich und bezahle dann die Taxiuhr. Fehlanzeige! Erst nach halbstündiger Diskussion mit 5 Taxifahrern erklärt sich einer bereit, diese Dienstleistung für mich zu erledigen. Für eine 10 km Fahrt die 15 Minuten dauert, nimmt dieser aber dann 45 Pounds (ca. 70 Euro).
Nächstes Beispiel: Man ist wieder mit dem Auto unterwegs diesmal nördlich von London und möchte an einer internationalen Marken-Tankstelle rasten, etwas zu trinken kaufen und dann auf die Tankstellentoilette gehen, so wie auch in D. Wieder Fehlanzeige! Der arrogante Indisch-oder Pakistanistämmige Mann hinter der Kasse verweist mich barsch auf das nächsten Sainsbury-Grossmarkt der sich in 2 Milen Entfernung befindet. Dort kann ich dann endlich mein dringendes Bedürfnis erledigen.
Dann wieder mit dem Auto: man möchte Luft an der Tanke nachfüllen, wie in D gewohnt, also zum Staubsauger dort müssten die Geräte hiefür hängen. Nein erst mal 10 britische Pence reinschmeissen (16 cent) und erst dann die Luft nachfüllen. Dann staubsaugen: Billig Auto saugen für 50 cent/4 Minuten. Wie in D. Nein:
1 britisches Pfund/ca. 1,50 Euro für 4 Minuten einwerfen.
Nächster Ort: Der xxxxxx-Hypermarkt in Crawley/südlich von London, ein Markt etwa wie der Wal-Mart in D. 50 Kassen vorhanden, aber um 21.00 Uhr trotz etlicher Warteschlangen nur 5 Kassen besetzt! Das Personal besteht aus 5 Frauen die aus britischen Kolonien stammen müssen...Das Tempo: Schneckentempo. Bis ich an die Reihe komme vergehen geschlagene 10 Minuten. Vor mir befinden sich 2 Kunden mit viertel vollen Einkaufswägen. Und: Der Grund ist nicht das die Kassiererinnen, die gekaufte Ware einpacken. Sie sind einfach so langsam.
Stichwort: Höflichkeit!
Im United Kingdom nicht mehr üblich. Bei Betreten und Verlassen eines Ladens erfolgt dort vom Personal aus mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Begrüssungsbezeugung. Ist sogar in D bei meinem Lidl und Aldi üblich, das ich begrüsst werde, das Auf Wiedersehen gesagt wird und mir ein schöner Tag gewünscht wird. Und am Samstag noch ein schönes Wochenende.
Dann geht es mal zum Essen:
Das es mit der britischen Küche nicht weit her ist steht in jedem Reiseführer. Also essen wir wieder mal amerikanisch. Ins xxxxxx-xxxxx Restaurant im Herzen von Londons geht es hinein. Preise wie zu Hause, allerdings in Britschen Pfund ( das 1,5 fache). Egal. Aber dann noch schnell in die Restauranttoilette des Hauses. Was muss ich hier entdecken? Eine Schleuse, die sich erst nach dem Einwurf von 20 Pence (knapp über 30 cent) öffnet. Der Toilettenzustand? Genauso wie an einer Bahnhofstoilette am Münchner STACHUS, nur muss ich hier nix bezahlen….
Nächster Tag: wieder mal Hunger am Abend, also mal zum Chinesen rein. Kann nie verkehrt sein, denke ich.
Aber nachdem ich nicht wie ein typischer Geschäftsmann (Anzug,Krawatte) sondern im Jeanslook angezogen bin, werde ich vom dortigen Personal ständig misstrauisch beäugt, als ob ich ohne Bezahlen wieder verschwinden möchte. Das ändert sich erst nach Begleichung der Rechnung, als ich meine Kreditkartenmappe heraushole….Nachdem ich alleine da drin war, hatte ich auch Zeit, dass Servicepersonal zu beobachten, wie sie ständig über mich tuschelten. Also ein König war in bei diesem Chinesen sicher nicht. Dementsprechend niedrig war dann auch mein Trinkgeld (0,00)
Nächstes Stichwort in der Servicewüste England ist zum Beispiel Grabpflege:
Wie überall in den westlichen Ländern üblich insbesondere D und den USA gibt es zahlreiche Dienstleister, die das Grab eines Angehörigen gegen ein entsprechendes Entgelt pflegen und dort frische Blumenstöcke pflanzen. In GB findet man hingegen nur 1 Anbieter im Internet, dieser befindet sich jedoch am Nordzipfel Grossbrittaniens und bietet seine Dienste nur regional an.
Also denke ich mir, das ich das Grab meiner Mutter das sich südlich von London im Bezirk Merton befindet, von einer Gartenbaufirma oder von einem Blumengeschäft pflegen lassen kann, um nicht 2 Mal pro Jahr nach GB fliegen zu müssen. Als ich mein Ansinen in den dortigen Firmen vortrage, werde ich angeschaut wie ein Perverser, der im Sex-Shop nach Kinderpornos Ausschau hält.
Die in Deutschland ständig angeprangerte Servicewüste ist meiner Meinung nach schon vorhanden, aber nur in Teilbereichen wie bei den Grossen Unternehmen und den ganzen Callcentern, die hier wie die Pilze aus dem Boden schiessen. Im Grossen und Ganzen ist man hier jedoch gut versorgt. König ist man jedoch wahrscheinlich in den USA. Dies werde ich bei Gelegenheit bei einem Urlaub überprüfen.
– Ulli Pilidis (Samstag, 14. Januar 2006)
-- Mir geht das falsche Gelächel, was vermutlich auch noch im...
Ach ja, diese Ausrede wieder. Kommt mir bekannt vor. Dies ist irgendwie zu einem Stück universellen Verteidigungspropaganda der Deutschverfechter geworden und geht _meiner_ Erachtens völlig an der Realität vorbei. Ich versichere Ihnen, wenn Sie sich länger in Großbritannien, den USA oder Irland aufhalten, merken Sie das hier mit der Servicewüste ganz sicher besser. Ich sage: lieber ein falsches Gelächel als ein ehrliches wutendes Anstarren.– Unassimilierter Ausländer (Freitag, 20. Januar 2006)
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