SchlechtBedient.de
Geschichten aus der Servicewüste

Asiatische Höflichkeit

Philipp Lenssen schreibt am Freitag, 17. Juni 2005:

Ein Chinesisches Sprichwort sagt, man solle kein Geschäft eröffnen, wenn man nicht gelernt hat, zu lächeln. China ist als Land des Lächelns bekannt, aber die Wahrheit sieht etwas anders aus. Meine eigenen Erfahrungen beschränken sich auf Malaysia. Dort werden die lokalen Käufer, etwa im Klamottenladen, von einer vornehm zurückhaltenden Bedienung verfolgt, wenn sie sich etwas passendes suchen wollen. Die Bedienung ist aber nicht etwa zum assistieren da, versicherte mir ein Landsmann und Freund; sie soll potenziellen Dieben das Handwerk verübeln, und dient somit als Hausdetektiv in Präventivmission.

In China selbst, so wurde mir erzählt, wird man in Geschäften und Restaurants gut behandelt, solang man eines der zwei Kriterien erfüllt: Man muß reich sein, oder sehr vornehm gekleidet. Dann ist auch der Service entsprechend. Kommt man eher gammlig daher, so schlägt einem eine kühle Welle der Arroganz entgegen.

In Japan hingegen ist es höflich, sich zu verbeugen. Dabei verbeugt sich der standesgemäß niedrigstehendere tiefer, als sein Gegenüber. Das erinnert mich an eine wiederum westliche Karikatur, auf der zwei Menschen sich gegenüberstehen und unglaublich tief verbeugen; der Untertitel, sinngemäß, „Zwei sich treffende Menschen, beide im unklaren darüber, welcher höheren Ranges ist.“ Für Bildhinweise bin ich dankbar.

Kommentare

Es handelt sich um ein Bild von Paul Klee:
Zwei Männer, einander in höherer Stellung vermutend, begegnen sich.
s. z.B. www.anerkennung.unibas.ch/– Heinrich Hofauer, h.hofauer@netcologne.de (Montag, 20. Juni 2005)

Super! Danke.– Philipp Lenssen (Montag, 20. Juni 2005)

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