SchlechtBedient.de
Geschichten aus der Servicewüste
Komisch bedient
Das ist nun eher aus der Kategorie Komisch Bedient, da die Frau wirklich höflich war bei ihrer Arbeit.
Zugetragen hat sich das ganze heute bei der Bahnfart von Trier nach Aachen. Ich hab am Schalter eine Karte gelöst, hatte aber keinen Thalys-Zuschlag dabei. Als in der Thalys-Fahrt zwischen Köln – Aachen ca. 2 Minuten vor Aachen die Schaffnerin (bzw. Zugbegleiterin) einen Aufpreis von €8,50 verlangte, hab ich natürlich sofort gezahlt.
Jetzt gingen die Probleme aber erst los. Da der Zug kurz vorm halten war, aber der Handcomputer der Frau irgendwie seinen Dienst verweigerte, verzögerte sich die Herausgabe meines Wechselgeldes. Als ich das nun bekommen hatte meinte die Frau, „Und jetzt bekommen sie noch die Fahrkarte, warten sie kurz.“ Da der Zug nun in dieser Sekunde aber bereits in Aachen anhielt, wollte ich eigentlich nur aussteigen, und habe geantwortet, „Danke, ich brauche die Fahrkarte nicht mehr.“ Die Bahn-Angestellte blieb aber beharrlich (und war dabei sehr freundlich, fast bemitleidenswert), „Die Karte müssen Sie aber bekommen.“
Aber mal ehrlich, was sollte ich mit der Fahrkarte, wo ich doch gerade aussteigen will? Nach ein paar Sekunden – der Computer der Frau hat noch immer rumgezickt, und die Karte wollte nicht herauskommen – bin ich dann einfach rausgegangen. Nun kam aber die Schaffnerin aus einem anderen Ausgang heraus und hat mich geschickt auf den Weg zu den Treppen abgefangen und meinte, „Halt, ich schreib ihnen die jetzt händisch“, und holte ihre Zettel raus.
Alle Diskussion half nichts mehr, auch nicht meine Erklärung, dass ich die Karte sowieso wegschmeißen würde, oder mein Vorschlag, dass sie einfach ohne mich ihren Zettel ausfüllt. Die Frau meinte, „Ich mache das seit 15 Jahren, und hab bisher immer die Fahrkarte herausgegeben. Sonst könnte ich das Geld ja in die eigene Tasche stecken“ osä. Da wir nur 1 Meter neben einem Mülleimer standen, habe ich der Frau also gesagt, Ok, ich werde die Karte eben nehmen und zum Mülleimer tragen. Was ich dann auch gemacht hab... und wer weiß, vielleicht hab ich so die Karriere dieser pflichtbewußten Schaffnerin gerettet?
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