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Geschichten aus der Servicewüste
Kalt erwischt mit Avis
Neulich wurde ich auf meinem Weg nach Süden kalt erwischt. Mein Auto gab den Geist auf, für so was ist man in einem Automobilclub. Mein Auto wurde abgeschleppt und ich bekam einen Mietwagen, um meine Reise fortzusetzen.
Als ich den Mietwagen zurückbringen wollte, wurde ich kalt erwischt. Das Auto stand nachts draußen, die Temperaturen lagen bei einigen Grad unter Null, was im Winter in Deutschland durchaus üblich sein kann. Ich fahre los, es hatte geschneit, Schnee, Salz und Dreck bilden den üblichen Matsch. Nach ein paar Kilometern ist die Scheibe dreckig, der Scheibenwischer alleine kann keine Abhilfe schaffen, dazu braucht es Scheibenreiniger.
Ich betätige den Hebel und höre die entsprechende Pumpe gequält aufjaulen, doch es kommt nichts. Genervt halte ich an der nächsten Tankstelle an und werfe einen Blick unter die Haube. Was ich sehe, erfreut mich nicht. Der Behälter für Scheibenreiniger ist bis oben hin voll, mit Eis. Na, dann kann das auch nicht funktionieren. Genervt mache ich die Haube wieder zu und putze die Scheibe auf klassische Art, mit Schwamm und Abzieher. Ich bin mehr als nur verärgert. Wie kann man ein Auto für teuer Geld vermieten, wenn es wegen so eines Mangels nicht fahrtüchtig ist?
Ich versuche zu improvisieren und organisiere an der Tankstelle einen Eimer warmes Wasser, welches ich langsam und vorsichtig über den Behälter und seine Leitungen gieße. Für einen Moment kann ich die Scheibenreinigungsanlage benutzen und fahre an ein paar Tankstellen vorbei statt an ihnen anhalten zu müssen. Doch schon nach einer halben Stunde ist wieder alles eingefroren und Dreck, Salz und der Matsch anderer Verkehrsteilnehmer bilden eine nahezu blickdichte Schutzschicht auf meiner Scheibe, so daß ich mich weiterhin von einer Tankstelle zur nächsten hangeln mußte. Was auf einer Bundesstraße nur nervig und zeitraubend ist, wurde auf der Autobahn dann zur fast vollendeten Katastrophe, weil es nicht in jedem Dorf eine Tankstelle gibt. Mit Mineralwasser aus der Bordverpflegung mußte ich die Scheibe dann auf den Rastplätzen naßmachen und so den gröbsten Dreck entfernen.
Selten habe ich mich so gefreut, am Ziel angekommen zu sein. Im Mietwagen ist auch ein Formular, in welches Kunden bei der Rückgabe des Fahrzeugs ihre Kommentare eintragen können, schließlich ist Kundenfeedback wichtig. Dort schildere ich meine Erfahrung in Stichworten. Ausführliche mache ich das im Webformular für Beschwerden und Reklamationen. Heute, fast eine Kalenderwoche später, habe ich immer noch keine Rückmeldung des Autovermieters bekommen. Werden Kundenbeschwerden dort immer so gehandhabt?
Lieber Autovermieter Avis, vielleicht wird euer „We try harder“ eines Tages dazu führen, daß man auch bei Euch „First Class fahren“ kann, so wie bei Sixt.
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Kommentare
Mit manchen Beschwerden habe ich so meine Probleme.
Auch mit Deiner auf dieser schönen Seite.
Anscheinend hat der Kundendienst von Avis vergessen, Frostschutzreiniger einzufüllen, eine Nachlässigkeit, sicher.
Aber deshalb der Firma einen miesen Service vorwerfen?
Ärgerlich, aber nicht mehr als eine Alltäglichkeit. So etwas passiert eben. Immerhin wurde dein Auto abgeschleppt und Dir ein Mietwagen zur Verfügung gestellt. Ganz abgesehen davon, wieso besorgst du dir bei der Tankstelle nur warmes Wasser und wunderst dich dann noch schriftlich, dass es wieder einfriert? Warum füllst du nicht selbst Frostschutzmittel ein? Man muss sich auch ein bisschen selbst helfen können und sich nicht nur über Andere lauthals beschweren.
Ferner: Ein Formular zur Kundenbewertung dient eben der Service-Auswertung und ist nicht als Beginn von Schriftverkehr gedacht. Das kann auch nicht anders sein, denn dafür müsste Avis einen ganzen Stab von Sachbearbeitern nur für Leute eingestellt werden, die Luft ablassen.
Reiche eine Beschwerde ein, und weise höflich darauf hin, dass du deswegen Unannehmlichkeiten hattest. Dafür bekommst sicher eine Entschuldigung und vielleicht einen Gutschein. Und mehr ist die Sache nicht wert. – Ralf Schlehöfer (Freitag, 18. August 2006)
Na habt ihr ein Glück dass ihr in Bielefeld bei Europcar noch kein Auto gemietet habt! Teilweise sehr unfreundliches – arrogantes – Personal – Fahrzeuge bekommt man nicht selten leicht verdreckt übergeben (Zitat Europcar-Mitarbeiter „Der Wagen ist erst vor 4 Stunden wieder reingekommen, für´s Putzen war keine Zeit) – Hof war voll mit ca. 20 Fahrzeugen – ein sauberes Fahrzeug wäre bestimmt locker dabei gewesen. Und der Knaller: Mitarbeiter machen vollkommen falsche Aussagen zu Leistungen&Preisen – geben mir und meinem Kollegen die Schuld, und das Gefühl „dumme Kunden“ zu sein – wenig später am Telefon die Bestätigung vom Europcar-Callcenter wir wären im Recht! Heißt für uns auch: Zukünftig nur noch First Class reisen mit Sixt! Ich muss dazu sagen in anderen Städten (z.B. Gütersloh) ist der Service bei Europcar echt erste Sahne! – Bernd Unger (Dienstag, 26. Dezember 2006)
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