SchlechtBedient.de
Geschichten aus der Servicewüste

Warten auf den Reifendienst

Udo B. schreibt am Montag, 06. November 2006:

Heute morgen um 7:45 Uhr reihte ich mich wagemutig in die ca. 20m lange Schlange vor der Reifen.com-Niederlassung in Bonn ein, um mir die Winterreifen aufziehen zu lassen. Schließlich droht mittlerweile der Gesetzgeber. Als gegen 8:00 Uhr der „Boss“ mit seinem aufgemotzten BMW an der Schlange vorbeiheizt, kann es losgehen. Den Ersten wird Einlass gewährt und noch sind alle frohen Mutes. Die Schlange erfährt allerdings nach und nach mehrere Unterbrechungen durch kreuzende Autos, deren Fahrer schon eine Nummer ergattern konnten.

Gegen 9:30 Uhr erreiche ich die heiß ersehnte Tür zum Büro, in dem es ein bißchen wärmer ist. Unmut kommt langsam auf, als allen Verbliebenen klar wird, daß sie eventuell heute nicht mehr dran kommen könnten. Der Laden schließt nämlich um 14:00 Uhr. Aber dann würde man ja schließlich Bescheid sagen, ist die einhellige Meinung. Als ich so der 10te in der Reihe bin, kommt eine Dame hinter mir auf die Idee, doch mal vorne zu fragen, wievielen denn noch die Ehre zuteil wird. Sie kommt zurück und meldet eine 9.

Langsam werde ich sauer, glaube aber noch an den Weihnachtsmann – schließlich habe ich die Reifen im Auto und muß die Geschichte heute erledigen. Als dann endlich das Ende des Tresens erreicht ist, sagt dann – vermutlich der BMW-Fahrer – zu meinem Vordermann, der nun an der Reihe ist: „Heute keine Montage mehr, aber Sie können gerne einen Auftrag erteilen.“ Da platzt mir der Kragen und ich erzähle ihm von meinen 2 Stunden Wartezeit für nichts und wieder nichts. Das läßt ihn kalt, denn er hat damit gerechnet. Sagt mir, daß ja eben eine Dame gefragt hätte und es ja somit bekannt gewesen sei, daß gleich Schluß ist. Auf meinen Einwand, man solle doch schon früh am Morgen die Leute einweihen, ob sie eine Chance haben oder vielleicht Nummern verteilen, erwidert er, das sei alles schon vergeblich erprobt worden. Es sei kein Verlaß auf den Kunden, der dann seinen „Termin“ nicht einhält.

Schnaufend verließ ich den Ort des Geschehens, fuhr zur nächsten Tankstelle und wurde dort mit der Welt wieder versöhnt. Hat ca. das Gleiche gekostet, ich kam sofort dran und saß die Wartezeit im Warmen bei freundlichen Leuten. Ergo: Nie wieder Reifen.com! Ich darf gar nicht daran denken, wie viel Geld ich schon in dem Laden gelassen habe. Und billiger ist dieser Geizistgeil-Laden auch nicht: meinen Vordermann traf ich dann später zufällig wieder und er erzählte mir von einem anderen Händler, bei dem er auch direkt dran kam und auch noch weniger für die neuen Reifen gezahlt hat.

Kommentare

Meinen Glückwunsch zu Deiner Geduld. Ich hätte den Ort des Geschehens nach max. 30 min. verlassen.– Tom hinz (Montag, 18. Dezember 2006)

Die Kommentarfunktion wurde bei diesem Artikel abgestellt.

Waren Sie auch schonmal Kunde, ohne König zu sein, und haben eine Geschichte zu erzählen? Email an
>> Philipp Lenssen, philipp.lenssen@gmail.com
>> Startseite
>> Archiv
>> Über...