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Geschichten aus der Servicewüste

Wie tatsächlich mit Kunden der LVB umgegangen wird

Edeltraud Jobst schreibt am Mittwoch, 06. Februar 2008:

Dienstag, 27. Nov. 2007

Ich bin Rentnerin und verdiene mir auch dem Weihnachtsmarkt in Leipzig etwas dazu. Für die Zeit der Arbeit wohnten wir in einer Pension im Norden von Leipzig. An diesem Tag begann für uns die Arbeit auf dem Weihnachtsmarkt und wir mussten die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, um in die Innenstadt zu gelangen.
Wir haben uns an dem Fahrkartenautomaten informiert und ein Ticket für 1,60 Euro gezogen. In der Annahme die Preisinformationen richtig verstanden zu haben. Was für jemanden der normalerweise keine Straßenbahn benutzt nicht gerade einfach ist.

In der Straßenbahn hat uns einer Ihrer „freundlichen & kompetenten Kontrolleure“ darüber in Kenntnis gesetzt, dass wir den falschen Fahrschein gezogen hätten. Der richtige Fahrschein hätte einen Preis von 1,90 Euro gehabt. Gern waren wir bereit die Differenz sofort zu begleichen, da es uns fern lag die LVB [Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH] um 30 Cent zu betrügen. Der „freundliche und kompetente Kontrolleur“ sah das wohl anders und gab uns ein Schriftstück und wollte 40,- Euro Strafgeld von uns haben. Wir haben doch nichts verbrochen, ohne falsche Absicht und ohne Vorsatz haben wir die Preisangaben auf dem Automaten nicht richtig verstanden und waren bereit den angemessen Fahrpreis zu bezahlen. Statt dessen erleben wir die Realität eines Unternehmens – was das Wort Service wahrscheinlich nur abgeschrieben hat – aber sich mit den Inhalten nicht beschäftigt hat – weder noch die Mitarbeiter etwas davon wissen.

Der Kontrolleur sah sich hier nicht in der Verantwortung und verwies uns auf seine Mitarbeiter am Bahnhof – gab uns ein Formular [eine sog. „Kundenäußerung mit Datum, Vorgangsbeschreibung usw.] und nahm uns die Fahrscheine ab.

Mittwoch, 28. Nov. 2007

Immer noch in dem Glauben, was wir nicht falsches getan haben und die Sache sich auf normalen menschlichen Weg regeln wird, haben wir das Formular am Bahnhof abgegeben.

Darauf hin folgte keine Reaktion.

Mittwoch, 30. Jan. 2008

Letzte vorgerichtliche Mahnung – Dieses Schreiben ist bei mir eingetroffen und ich hatte das Gefühl als Betrügerin degradiert zu werden. Ich kann schwer in Worte fassen, wie ich mich gefühlt habe, nach dem ich mich doch an die „Vorschriften der LVB“ gehalten habe. Nur die LBV scheint es nicht für nötig zu halten, sich an ihre eigenen Vorschriften zu halten. Erst hört man gar nichts und dann kommt eine vorgerichtliche Mahnung, die neben einer Forderung von 40,- Euro einen weiteren Betrag von 29,50 Euro für vorgerichtliche Kosten enthält. Das herrschende Chaos bei der LVB zeigt sich noch darin, dass in dem Brief, den ich erhalten habe, ein Schreiben an [Herrn Fred G.] in Leipzig beilagt mit der selben Aufforderung.

Donnerstag, 31. Jan. 2008

Persönliches Vorsprechen im „freundlichen & kompetenten Servicepoint der LVB“.
Es ist unglaublich, welche Wortwahl und welcher Ton einem als Fahrgast der LVB entgegengebracht wird. Nicht nur der Umgang ist zum davon laufen, in Sachen Ordnung und Dokumentenmanagement scheint es ein Chaos zu geben.

Es war weder möglich, dass von mir ausgefüllte Formular, noch eine an mich angeblich gesendete Aufforderung zur Zahlung der Forderung zu finden. Jedoch die Art und Weise der „freundlichen Mitarbeiterin“ ließ nicht daran zweifeln, dass man hier als Kunde sowieso keine Chance hat und man solle doch zahlen.

[Die Mitarbeiter der LVB] scheinen sich nur auf Vorschriften und Paragrafen zu berufen und das ist äußert traurig, Ich habe die 40,- Euro überwiesen, um meine Ruhe zu haben, denn Fahrgäste scheinen [der LVB] nicht wichtig zu sein.

Kommentare

Entweder ich habe einen gültigen Fahrschein oder nicht...– Oliver (Montag, 11. Februar 2008)

Der Fahrschein war gültig, nur für eine andere Preiszone. Hier hätte der Kontrolleur ein wenig Menschenkenntniss und Eigeninitiative einbringen können...So ist es einfach nur frech. So etwas gibt es nur in Deutschland und genau das ist der Grund warum wir langsam zum Gespött ganz Europas werden. Nicht nur das die Deutschen „besonders freundlich“ mit allen Besuchern umgehen sondern sie können auch nur das was jemand anderes vorher aufgeschrieben, befohlen hat. Genau dieses Denken war der grund für „das dritte Reich“ und „die Mauer“. Hurra Deutschland – Andree (Freitag, 28. März 2008)

Typische Sesselfurzer in Leipzig; fahrt alle dorthin !!!!!!– Hannibal Lektor (Dienstag, 29. April 2008)

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